An Feiertagen wie Weihnachten und auch Silvester stoßen wir Erwachsenen gern mit unseren Gästen an. Und schon die Kleinsten möchten da mitmachen. Mit einem Schluck Saft oder Schorle in ihrem Glas ist das absolut bedenkenlos.
Wenn es mal ein bisschen schicker und auch besonderer sein darf, schenken Eltern ihren Sprösslingen aber auch mal ein Schlückchen alkoholfreies Bier oder einen alkoholfreien Sekt ein. Alkoholfrei ist schließlich ohne Alkohol und damit okay für Kinder. Oder?
Dürfen schon Kinder alkoholfreies Bier, Sekt oder Wein trinken und jetzt, über die Fest- und Feiertage, wie die Großen damit anstoßen?
Alkoholfreies Bier sehr beliebt
Fakt ist, der Absatz von alkoholfreien Alternativen wie Bier, Wein, Sekt oder auch Gin steigt in Deutschland. Schließlich müssen nicht immer Prozente im Glas stecken, damit der Drink schmeckt. Vor allem das alkoholfreie Bier erfreut sich im Mutterland des Gerstensafts immer größerer Beliebtheit. Und weil kein Alkohol drin ist, können doch auch Kinder alkoholfreies Bier oder Sekt, Wein und Co trinken, oder?
Die Antwort darauf fällt leider nicht eindeutig aus. Das Gesetz verbietet es nicht, dass Kinder alkoholfreie Alternativen trinken oder auch kaufen können. Anders als bei ‚echtem‘ Bier oder Wein, die man erst ab 16 Jahren kaufen und konsumieren darf. Trotzdem aber sollten Eltern vorsichtig damit sein, ihrem Kind Fassbrause, alkoholfreien Sekt oder eben alkoholfreies Bier zu geben.
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Alkoholfrei bedeutet nicht ohne Alkohol
Nur weil alkoholfrei auf dem Etikett steht, bedeutet das nicht, dass gar kein Alkohol drin steckt. Tatsächlich darf in Deutschland als alkoholfrei deklariert werden, was einen Alkoholgehalt von 0,5 Prozent nicht übersteigt. Dazu zählen auch alkoholfreies Bier, Sekt und Wein.
Übrigens: Auch Fassbrause wird mit alkoholfreiem Bier hergestellt und kann deshalb einen Restalkoholgehalt haben.
Nur Getränke, die die Kennzeichnung ‚ohne Alkohol‘ oder ‚0,0‘ tragen, sind wirklich ohne Alkohol.
Angeberwissen: Alkohol kann auch ganz natürlich in Getränken vorkommen. So können Apfel- und Orangensaft beispielsweise kleine Mengen Alkohol enthalten. Allerdings liegt die Menge hier bei 0,38 Volumenprozent Alkohol pro Liter Saft. Eine gesundheitlich unbedenkliche Menge auch bei kleineren Kindern.
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Alkoholfreies Bier für Kinder erlaubt, aber nicht empfehlenswert
Der Restalkohol, den als alkoholfrei deklarierte Alternativen enthalten können, ist in seiner Menge unbedenklich für Kinder. Eine Altersabstufung beim Konsum scheint jedoch trotzdem sinnvoll. Ein alkoholfreies Bier für ein 14-jähriges Kind ist etwas anderes als für ein 2-jähriges Kind. Am Ende liegt die Entscheidung jedoch bei den Eltern.
Jens Lehmann zum Beispiel erwähnte 2008 in einem Interview in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“, dass seine damals zweijährige Tochter gerne alkoholfreies Bier trinken würde. Ein Skandal für die anderen Talkgäste.
Dabei ist gar nicht, wie man vermuten würde, nur der Anteil Alkohol das Problem bei diesen Alternativen, sondern viel mehr der Geschmack. Gewöhnen sich Kinder an den Geschmack von alkoholfreiem Bier, Sekt und Wein, ist der Schritt und auch die Hemmschwelle zu den ‚echten‘ Varianten nur noch klein.
Zudem suggeriert der regelmäßige Konsum solcher Getränke, dass Alkohol, auch in seiner alkoholfreien Variante, scheinbar zum Alltag dazu gehört. Es entwickeln sich Gewohnheiten, die nur schwer wieder abzulegen sind. Das kann einen späteren Alkoholismus fördern.
Fazit: Alkoholfreies Bier, Sekt oder Wein schadet Kindern nicht aufgrund von enthaltenem Restalkohol. Vielmehr sind es der Geschmack dieser Getränke und die Gewöhnung daran, die Eltern vorsichtig damit umgehen lassen sollten. Deshalb sind auch Varianten ‚ohne Alkohol‘ oder in ‚0,0‘-Ausführung nur in Ausnahmefällen für Kinder geeignet.
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